Amseln versüßen den Abschied von Solveig Mueller

Pädagogin geht nach 18 Jahren im Jugendhaus Hahnstätten in den Ruhestand

 HAHNSTÄTTEN/RHEIN-LAHN. (8. März 2019) Für viele Jugendliche von Aar und Einrich ist das Jugendhaus in Hahnstätten zu einem zweiten Zuhause geworden. Dass dem bislang so war, ist auch Solveig Mueller zu verdanken. Die Pädagogin verabschiedete sich jetzt nach rund 18 Jahren in den Ruhestand. Bevor Mueller mit den Jugendlichen Abschiedsparty feierte, würdigten langjährige Weggefährten sowie die Spitzen des Dekanats und der Kommunen, die die Einrichtung gemeinsam betreiben, die Verdienste der scheidenden Mitarbeiterin.

Zunächst ergriff Mueller selbst das Wort. Zwei Dutzend Amseln mit gelbem Schnabel hatte sie gebastelt als Dank und kleine Erinnerung an gemeinsame Zeiten mit den Anwesenden. Einen erhielt beispielsweise der ehemalige Dekanatsjugendreferent Friedhelm Hahn, mit dem sie elf Jahre gemeinsam arbeitete, bevor der in Ruhestand ging. „Spannende, schwierige und immer wieder schöne Situationen haben wir hier erlebt“, erinnerte ihr Kollege Oliver Krebs an die gemeinsame Zeit. Mueller und den Jugendlichen sei es zu verdanken, dass er jeden Tag so gern arbeiten gehe. „Wir haben miteinander gelacht und geweint.“ Das Jugendhaus sei ein wichtiger Ort und ein zweites Zuhause gerade in der schwierigen Zeit der Pubertät, so Krebs.

Anja Beeres, Vorsitzende der Synode des evangelischen Dekanats Nassauer Land, würdigte Muellers Verdienste, um ein Ziel des Jugendhauses zu verwirklichen, „dass das Leben in unserer Gesellschaft für alle Menschen gleich lebenswert ist“. „Olli und Soli“ sei ein fester Begriff geworden. „Ein Teil des Hauses trägt Dein Gesicht“, so Beeres, und das werde sicher auch so bleiben; vor allem aber bleibe Muellers „liebevolles Ansehen der Kinder und Jugendlichen in den Menschen, die hier gewesen sind“, sagte Beeres. „Wenn der Mensch einen Raum zum Leben hat, ist das ein hohes Gut“, zeigte sich Dekanin Renate Weigel dankbar für Muellers Dienst und den liebevollen Respekt, der dem Umgang im Jugendhaus immer abzuspüren sei. Sie lobte die Kreativität der langjährigen Dekanatsmitarbeiterin, überreichte ihr eine Taube als Symbol für den Frieden und segnete sie für ihren weiteren Lebensweg. Anja Beeres betonte, wie dankbar das Dekanat insbesondere für die Kooperation mit der Ortsgemeinde sei, deren Finanzierung das Jugendhaus erst ermögliche, so dass die Stelle wieder ausgeschrieben und besetzt werden kann.

Landrat Frank Puchtler dankte Mueller für ihr Engagement und dass die jungen Menschen das Haus nicht nur als puren Raum zu schätzen wüssten. „Vertrauen zu schaffen in diesem Alter, dazu braucht es besonderer Menschen“, meinte Puchtler, gebe es doch Dinge, die Jugendliche weder Eltern noch Lehrern erzählen, „aber ihnen“. Dem Dank schlossen sich die Verbandsgemeinde-Bürgermeister Volker Satony (Hahnstätten) und Harald Gemmer (Katzenelnbogen) sowie Hahnstättens Ortsbürgermeister Joachim Eggert an. „Da war stets Farbe im Spiel“, beschrieb Gemmer die Arbeit. Und Hahnstättens Ortsbürgermeister Joachim Egert erinnerte an den Sinn der von der Gemeinde im Jugendhaus investierten Gelder; die seien zwar als freiwillige Ausgabe deklariert, könnten jedoch höheren Pflichtausgaben vorbeugen. „Wenn auch nur ein junger Mensch den richtigen Weg findet, dann hat sich die Investition gelohnt.“ Bernd-Christoph Matern

 

Zu den Fotos:
Abschied nach 18 Jahren: Viele Weggefährten sowie die Spitzen aus Dekanat und Kommunen dankten Solveig Mueller für ihr kreatives, vertrauensvolles und erfolgreiches Wirken im Jugendhaus Hahnstätten. Fotos: Matern

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