Deutsch-afrikanischer Abend der Begegnung

Junge Gäste aus Mabira und erfahrene Partner lernen sich in Singhofen besser kennen

 SINGHOFEN/RHEIN-LAHN. (1. Oktober 2019) Drei Wochen lang verbringen junge Menschen aus Mabira in Tansania, dem Partnerdistrikt des evangelischen Dekanats Nassauer Land im Rhein-Lahn-Kreis. Während eines Abends der Begegnung in Singhofen lernten sich Jung und Alt aus Süd und Nord noch näher kennen und verbrachten bei Essen, Liedern, Bildern und Tanz schöne Stunden miteinander.

„Seit ich in Afrika war, sind wir keine Fremden mehr“, begrüßte Dekanin Renate Weigel die weit gereisten Gäste, neun junge Leute, die sich entweder noch in der Ausbildung befinden oder nach einem Arbeitsplatz in der Heimat suchen, sowie deren Begleiter Distriktpfarrer Jerryson Mambo. Es gebe allen Grund zum Loben und Danken, so die Theologin, einmal, dass die Begegnung überhaupt stattfindet, weil der geplante Besuch im Sommer mangels rechtzeitig vorliegender Visa nicht stattfand, zum Anderen, dass alle gesund mit dem Flugzeug angekommen sind, was alles gar nicht selbstverständlich sei. „Wir wissen wahrscheinlich gar nicht, wie viel Gott jeden Tag von uns abwendet, dass es uns so gut geht“, so Weigel.

Einzeln stellten sich die 20 bis 26 Jahre jungen Leute aus Mabira vor, die allesamt aus kinderreichen Familien kommen und noch bis zu zehn Geschwister haben. Manche absolvieren eine Ausbildung zum Evangelisten, andere haben die Ausbildung zum Lehrer abgeschlossen. Einige freuten sich besonders über das Wiedersehen mit jungen Frauen und Männern, die vor zwei Jahren Mabira besuchten und die sie dort beim Bau eines Pfarrhauses kennen lernten. Zwei junge Gäste absolvieren gerade eine Ausbildung im Rahmen des MAVEC-Projektes, das vom Dekanat Nassauer Land initiiert und unterstützt wird. Nicht das einzige Projekt, wie Jerryson Mambo sagte, als er sich dafür bedankte, dass das deutsche Dekanat seit 38 Jahren die Beziehung aufrecht erhält. Der Distriktpfarrer dankte außerdem für die vielseitige Hilfe, etwa bei der Trinkwasser-Versorgung, in der Landwirtschaft, für Frauengruppen, die Sanierung von Kirchen und neuerdings in der Ausbildung junger Menschen.

Berthold Krebs, Vorsitzender des Arbeitskreises Nassau-Mabira, stellte in Bildern Leben und Alltag der Menschen bei den afrikanischen Partnern vor. Vor allem für die Gastfamilien ein interessanter Einblick in die Welt der jungen Menschen, die sie gerade beherbergen. In den nächsten zwei Wochen sollen aber vor allem die jungen Leute etwas von der deutschen Kultur, Lebens- und Arbeitswelt kennen lernen. Dass es auch viel Gemeinsamkeiten gibt, zeigte sich auch beim Abend der Begegnung. Das rührige Vorbereitungsteam der Kirchengemeinde Singhofen hatte den Gästen ein leckeres Büfett mit Linsen, Salaten und Desserts aufgetischt, fleißige Grillmeister die dazu typische deutsche Bratwurst zubereitet.

Gemeinsames Beten, Singen und sogar Tanzen drückten die Verbundenheit der evangelischen Christen über die beiden Kontinente und Sprachgrenzen hinweg aus.

Viel Spaß teilten die jungen Frauen und Männer aus Mabira mit ihren gleichaltrigen Gastgebern am Wochenende unter anderem während eines Besuches der Emser Therme und des Nassauer Michelsmarktes. Bernd-Christoph Matern

Einen Beitrag zur Ankunft der jungen Gäste aus Mabira finden sie hier.

Zu den Fotos:
Gegenseitige Vorstellungsrunden und gemeinsames Essen, Singen und Tanzen ließen sich die Partner aus Süd und Nord besser kennen lernen. Jede Menge Spaß hatten die jungen Leute beim Nassauer Michelsmarkt, der zum Autoscooter einlud. Foto: Matern

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