Frieden, Klima und Gerechtigkeit auch in Gemeinden fördern

Landessynodale aus dem Dekanat Nassauer Land hoffen auf Meinungsbildung und Umsetzung auch vor Ort

 FRANKFURT/RHEIN-LAHN. (2. Dezember 2019) Mehr Klimaschutz, der Beginn einer friedensethischen Debatte auf allen kirchlichen Ebenen sowie die Suche nach einem gerechteren Wirtschaften zwischen Nord und Süd – das waren neben den Haushaltsberatungen für 2020 die inhaltlichen Schwerpunkte der Kirchensynode in Frankfurt. Für die vier Landessynodalen aus dem Dekanat Nassauer Land wichtig dabei, dass es nicht bei der Diskussion in Frankfurt bleibt, sondern auch ganz praktische Anregungen davon in die heimischen Kirchengemeinden mitgenommen werden.

„Weniger ist mehr“, bilanzierte Landessynodaler Frank Puchtler (Oberneisen) die ausführliche Diskussion über den Klimaschutzbericht der EKHN. Der rückt unter anderem ein nachhaltigeres Gebäudemanagement der Gemeinden und einen achtsamen Umgang mit Ressourcen in den Focus. Die Papierflut einzudämmen, könne ein Beitrag dazu sein, so Puchtler; dabei gebe es aber sicher nicht nur einen Weg zum Erfolg. Vielmehr sei zu beachten, was etwa ein Mehr an digitalem Datenaustausch durch den erhöhten Stromverbrauch an zusätzlicher CO2-Belastung mit sich bringt. Bärbel Goerke (Reichenberg) sah die Diskussion als Ansporn, vor Ort in den Kirchengemeinden über die Erscheinungsweise der Gemeindebriefe nachzudenken und auch über das Papier, das dabei verwendet wird. „Wir können da sicher noch nachhaltiger werden.“

Froh zeigte sich Pfarrerin Yvonne Fischer (Friedland), dass das von ihr im Ausschuss für Gerechtigkeit , Frieden und Bewahrung der Schöpfung mit entwickelte Impulspapier „Kirche des gerechten Friedens werden“ von der Synode einstimmig verabschiedet wurde. In der Frühjahrstagung hatte sie sich vor der Landessynode dafür stark gemacht, nach konkreten Schritten zum Frieden im Diesseits zu suchen und die Gewöhnung an Krieg und Gewalt in der Welt zu bekämpfen. „In der derzeitigen gesellschaftlichen Stimmung fühlen sich alle bedroht und rüsten verbal oder auch mit Waffen auf“, so Fischer. Da sei es dringend notwendig, mehr in gewaltfreie Methoden zur Schaffung von Frieden zu investieren als in die Rüstung. „Das Papier bietet eine Grundlage, sich in den Kirchengemeinden mit der Thematik auseinanderzusetzen, sich eine Meinung zu bilden und sich in die Debatte mit einzubringen“, sagte Fischer und erinnerte an die 1980-er Jahre, als eine Mehrheit der Menschen vom Wettrüsten im kalten Krieg genug hatte. „Es geht um eine Bewusstseins- und Willensbildung in der Bevölkerung.“

Die Synodalen aus dem Nassauer Land hoffen auf eine konkrete Unterstützung der Verwaltungsarbeit in den Dekanaten; ein entsprechender Antrag des Dekanats, der eine Anpassung der Bemessungsgrundlagen für die Verwaltungsfachkräfte vorsieht, soll im Frühjahr auf die Tagesordnung. „Wir fanden da auch von Synodalen aus vielen anderen Dekanaten breite Unterstützung“, so Astrid Ellermann (Aull). Einmal darüber nachzudenken, welche Möglichkeiten es gibt, sich seitens der Landeskirche für die Chancengleichheit des ländlichen Raums einzubringen, wie etwa in der Gesundheitsversorgung, regte Frank Puchtler an. Erfreut nahm Yvonne Fischer aus den Ausführungen zum EKHN-Haushalt vom Leiter der Kirchenverwaltung und Finanzdezernent Heinz Thomas Striegler mit ins Dekanat, dass der Anteil von Kirchengemeinden zur Sanierung von Kindertagesstätten-Gebäuden von 35 Prozent auf zehn Prozent verringert werden solle. Kitas seien auch in der Gemeinwesen-Arbeit von Kirchengemeinden ein entscheidender Baustein. Bernd-Christoph Matern

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Hoffen, dass in den Kirchengemeinden des Dekanats Nassauer Land inhaltliche Schwerpunkte der EKHN-Kirchensynode diskutiert und umgesetzt werden (von links): die Landessynodalen Pfarrerin Yvonne Fischer, Frank Puchtler, Astrid Ellermann und Bärbel Goerke. Fotos: Matern

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