Willkommenskreis trotzt Coronakrise mit vielseitiger Hilfe

Internationales Engagement: Diezer bieten Hilfe für Nachbarschaft, bei Hausaufgaben und Herzenspost

 DIEZ/RHEIN-LAHN. (18. Mai 2020) Christiane Beule ist begeistert. Für die Koordinatorin des Diezer Willkommenskreises zeigt sich in der Coronakrise einmal mehr, wie Hilfsbereitschaft völlig unabhängig von Herkunft und Nationalität gelingen kann. Was der Kreis in den vergangenen Wochen auf die Beine gestellt hat, ist beachtlich.

Klar sei es sehr traurig gewesen, dass in Kleiderstube, Büro und beim Foodsharing, wo sonst jede Menge Betrieb war, plötzlich Ruhe herrschte, kein Austausch und keine Hilfe mehr möglich waren. „Aber es ist in dieser Krise auch viel Tolles entstanden“, erzählt Beule. Zusammen mit Rebecca Lefévre und Anne Olschewski wurde die Nachbarschaftshilfe Diez gegründet. „Dort haben sich sofort ganz viele Freunde mit Migrationshintergrund gemeldet, die uns unterstützen“, so die Koordinatorin. Über eine WhatsApp-Gruppe waren in Diez und Umgebung sofort Studenten, Ehrenamtliche und die Freunde aus dem Flüchtlingsrat zur Hilfe bereit, bis heute mehr als 70 Personen. Beule: „Jetzt fahren jeden Tag mindestens fünf Menschen in Diez und Umgebung los und beliefern die Senioren und Familien mit Lebensmitteln.“ Für  Obdachlose werden Brötchen geschmiert und Tüten gepackt, die an die Verantwortlichen ausgehändigt werden. Und auch das Frauenhaus wird beliefert.

Darüber hinaus nähen mindestens 15 Frauen Atemschutzmasken für die Krankenhäuser, Altenheime und Ärzte in Diez und Umgebung. „Bis jetzt haben wir schon über 1000 Masken genäht und verteilt.“

Dann gibt es die Aktion „Herzenspost“. Dabei malen Kinder Bilder oder schreiben Briefe an Senioren in Diez und in den Altenheimen. „Das ist eine schöne Aktion, denn die Senioren freuen sich sehr darüber“, weiß Beule. Und für die Kinder sei dies ebenfalls eine wichtige Aufgabe. „Sie können nämlich ihre Ängste auf ein Bild bannen oder im Brief davon erzählen und jemand reagiert darauf.“

Zu den Hilfsmaßnahmen zählt auch die „Hausaufgabenhilfe“, die für die Kinder angeboten wird und es ermöglicht, per Video miteinander zu reden und zu arbeiten. Beule: „Das ist sehr hilfreich, denn die Eltern haben so viel Lernstoff für die Kinder bekommen. Das kann so manche Familie schon sehr belasten“.

Und schließlich gibt es noch das Krisentelefon, wenn die Ängste zu groß werden. An diesem haben Rochus Schneider als Berater und Coach sowie Christian Dolke als Pfarrer ein offenes Ohr und versuchen bei Problemen Hilfe zu vermittel. „Ich bin sehr stolz auf die vielen Helfer und Unterstützer“, sagt Beule und freut sich schon jetzt auf ein Wiedersehen nach Aufhebung der Kontaktbeschränkungen. „Nach Corona feiern wir alle zusammen ein großes Fest“, verspricht sie. (bcm)

Kontakt zum Willkommenskreis unter Telefon 0171-9649740, Krisentelefon 06432-9369994 (Rochus Schneider) oder 06432-9346770 (Pfarrer Christian Dolke).

Mehr Infos auf der Website des Willkommenskreises.

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