
Ein Wochenende lang Demokratie und Glauben erlebt
Satzung schützt vor Rechtsextremismus – Auch junge Teilnehmende aus Dekanat Nassauer Land diskutieren mit
RHEIN-LAHN/HÖCHST. (15. April 2026) Vertraute und unbekannte Gesichter sehen, neue Kontakte knüpfen und im Rahmen des Plenums Demokratie leben – das macht die alljährliche Vollversammlung der Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau aus. An dieser beteiligten sich jetzt auch wieder haupt- und ehrenamtlich Aktive aus dem evangelischen Dekanat Nassauer Land. Insgesamt etwa 130 Menschen aus der ganzen Landeskirche trafen sich diesmal im Jugendkloster Höchst im Odenwald unter dem Motto „Solidarität füreinander und alle Menschen“.
Besonders im Hinblick auf die aktuelle gesellschaftliche und politische Lage und das Erstarken politischer Randparteien, insbesondere von Rechtsextremisten, sei dieses Thema aktueller denn je und wichtig zu beleuchten, stellte Dekanatsjugendreferent Andreas Kleemann fest. Er vertrat zusammen mit der neuen Mitarbeiterin im gemeindepädagogischen Dienst Daniela Seitz sowie den Ehrenamtlichen Lara Christ, Justin Itzel und Elina Zimmermann das Dekanat.
In sechs verschiedenen Workshops beschäftigten sich Jugendliche und junge Erwachsene sehr intensiv mit dem Thema. Dabei ging es unter anderem um Begriffe wie Zivilcourage und Solidarität im Allgemeinen und in der Bibel sowie die Frage „Ist Gott solidarisch?“ Neben einer Menge Input an Informationen waren die Foren geprägt von regen Diskussionen und Austausch.
Das Wochenende gab gleichzeitig Gelegenheit, Anträge zu diskutieren. Die Vollversammlung des Jugendverbandes der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) verabschiedete mit großer Mehrheit allein vier Anträge zum Thema Rechtsextremismus, Solidarität und Menschenwürde. Eine Satzungsänderung beinhaltet etwa einen Paragrafen, der Menschen von Ämtern im Jugendverband ausschließt, die entweder Mitglied einer rechtsextremen Organisation sind, eine solche Organisation mit Wort oder Tat unterstützen, gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung oder die sonst systematisch menschenverachtend handeln. In einem anderen Antrag sprach sich der Jugendverband für ein AfD-Verbotsverfahren aus und legt dar, dass deren Haltung, Werte und Handlungen unvereinbar sind mit der Satzung der EJHN, der Kinder- und Jugendordnung der EKHN, den Werten der Jugendverbandsarbeit sowie dem christlichen Selbstverständnis des Verbandes.
Für die Teilnehmenden aus dem Nassauer Land war bereits das Propsteibereichstreffen eine gute Gelegenheit, die teilweise sehr komplexen Anträge intensiv unter die Lupe zu nehmen und Verständnisfragen zu klären. So konnten dann während der Diskussion im Plenum die eigenen Ideen und Meinungen eingebracht werden, um die Anträge zu beschließen.
Gemeinschaft und persönlicher Austausch kamen während der dreitägigen Vollversammlung nicht zu kurz. Das Samstagabend-Programm bot zudem Party und Karaoke. „Es war ein erfolgreiches Wochenende, und es bleibt nur, vor allem den ehrenamtlichen Jugendlichen Dank zu sagen für ihr Engagement“, zog Andreas Kleemann ein Fazit.
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Haupt- und ehrenamtliche Delegierte diskutierten während der Vollversammlung der Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau im Odenwald über Demokratie, Extremismus und ihren Glauben. Foto: Kleemann
