A KAMEL 0626C Uschi Weidner

Mit Miniaturen das Publikum verzaubert

Kammermusik-Konzert in der evangelischen Kirche von Schönborn kommt an

SCHÖNBORN/RHEIN-LAHN. (1. Juli 2026) Das Kammermusikensemble Laubenheim – kurz „KAMEL“ – verwöhnte und verzauberte erneut das Publikum in der Kirche zu Schönborn. Im vorigen Jahr war es Filmmusik, in diesem Jahr „Miniaturen“, einer intimen Kammermusik zwischen Miniatur und Serenade.

Mit vier Grundschulfreunden aus Mainz-Laubenheim im Jahr 2006 startete das Ensemble. Rund 25 Mitglieder im jungen Erwachsenenalter zählen sie und sie feiern in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Sie sind stolz, dass drei der vier Gründungsmitglieder noch immer zum Ensemble zählen.

Jedes einzelne Mitglied bringt dabei unterschiedliche Erfahrungen und Ideen in die Probe ein und so werden kammermusikalische Werke, aber auch Klassiker aus Rock, Pop, Film und Charts ganz neu interpretiert. Stets geht es darum, die „klassische“ Kammermusik mit jugendlichem Schwung zu verbinden und offen für neue Klangwelten zu bleiben. Diese musikalische Dynamik drückt sich auch im Spiel des KAMEL ohne Dirigenten aus.

Kamel konzertiert regelmäßig deutschlandweit. Darüber hinaus führten verschiedene Konzertreisen quer durch Europa. 2019 spielte das Orchester als einziger europäischer Gast im Rahmen des 22. Internationalen Musikfestivals in Kuwait. 2022 folgte eine eindrucksstarke Konzerttournee durch Namibia, 2024 nach Island.

Miniaturen – „Intime Kammermusik zwischen Miniatur und Serenade“, so heißt ihr Programm zum 20-jährigen Bestehen des Ensembles. Die Miniaturen für Streichorchester des georgischen Komponisten und Cellisten Sulchan Zinzadse (1925-1991) geben dem Programm seinen Namen.

Effektvoll instrumentiert, verbindet Georgiens bekanntester Komponist die Folklore seines Heimatlandes mit der Kunstform der Konzertmusik und ließ sich dabei reichlich von Dmitri Schostakowitsch inspirieren. Ermanno Wolf-Ferrari (1976-1948) war Sohn eines deutschen Vaters und einer italienischen Mutter und lebte stets im Wechsel zwischen Venedig und München. Hin- und hergerissen zwischen beiden Kulturen entsprang dieser Spannung eine wichtige Quelle der Inspiration. Einen ähnlich bewegten familiären Hintergrund hat der als amerikanisch geltende Komponist Victor Herbert (1859-1924) vorzuweisen. In Irland als außerehelicher Sohn einer britischen Mutter geboren, wuchs er bei seinem Vater in Freiburg und später in Stuttgart auf, wo er auch Cello und Komposition studierte.

An so vielen Orten haben sie auch in diesem Jahr schon gespielt und sie haben noch viele Stationen vor sich. Dass Schönborn auf ihrer Tourneeliste steht, haben die Konzertgäste Stefanie Heil, Kirchenvorstandsvorsitzende in Schönborn, zu verdanken, die Mitglieder des Ensembles bei einer Veranstaltung der „Obernhofer Vollmondnacht“ ansprach. Johannes Christ, Sprecher des Ensembles und auch für das Duo Artel, gab ihr eine Zusage. Uschi Weidner