FriedenspilgernWanderkerze2026 Foto Schneider

Gemeinsam unterwegs für Frieden und Gerechtigkeit

Ökumenisches Friedenspilgern führte diesmal von Holzhausen zum Kloster Arnstein

 RHEIN-LAHN. (9. Oktober 2026) In den frühen Morgenstunden versammelten sich ein Dutzend evangelischer und katholischer Pilgerinnen und Pilger in der evangelischen Kirche in Holzhausen, um gemeinsam zu einer 16 Kilometer langen ökumenischen Friedenswanderung zum Kloster Arnstein aufzubrechen.

Seit 2002 wandert alljährlich im Herbst eine besonders gestaltete Kerze der Aktion „Wanderfriedenskerze von Pax Christi“ durch die Rhein-Main-Region und seit einigen Jahren auch durch den Rhein-Lahn-Kreis. Die diesjährige Friedenswanderung wurde von der Pfarrei Heilige Elisabeth von Schönau, der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, dem Dekanat Nassauer Land und dem Kolping-Bezirksverband Rhein-Lahn mit organisiert. Die Vorbereitung und Leitung lagen bei Lothar Bindczeck und Roswitha Zenker.

Nach einem gemeinsamen Impuls in der evangelischen Kirche von Holzhausen und dem Pilgersegen machte sich die Gruppe auf den Weg. Rund vier Stunden führte die Wanderung durch die herbstliche Landschaft des Taunus bis zur Lahn. Die Pilgerkerze und das Pilgerkreuz waren dabei stets sichtbare Begleiter und gaben der Wanderung ihr besonderes Gepräge. Im Mittelpunkt standen Gedanken zu Frieden, Gerechtigkeit und der Verantwortung jedes Einzelnen. Ein Zitat des ägyptischen Schriftstellers und Literaturnobelpreisträgers Nagib Machfus begleitete die Pilgerinnen und Pilger auf ihrem Weg: „Solange Ungerechtigkeit kein Ende findet, wird auch die Gewalt kein Ende finden. Das Wesen der Macht ist Gerechtigkeit.“

An verschiedenen Stationen wurden Texte aus der Bibel gelesen sowie Gedanken und Impulse miteinander geteilt. Dabei ging es immer wieder um die Frage, wie Menschen sich ganz konkret für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen können – im persönlichen Umfeld ebenso wie in der Gesellschaft. Ein anderer Leitgedanke der Wanderung brachte die Anliegen des Tages in eindringlichen Worten zum Ausdruck: „Geht, damit die Stimmen der Verfolgten nicht verstummen; tragt Licht, damit das Feuer der Hoffnung nicht erlischt; betet, damit Mut wächst, wo Angst herrscht.“

Nach rund 16 Kilometern erreichte die Pilgergruppe schließlich das Kloster Arnstein. Dort warteten bereits Kaffee und Kuchen auf die Wandernden, liebevoll serviert von den orthodoxen Schwestern des Klosters, und boten Gelegenheit zur Stärkung und zum gemeinsamen Austausch. Mit einer Friedensandacht in der Klosterkirche ging ein bewegender Tag zu Ende. Ein besonderer Dank galt dem Vorbereitungsteam um Lothar Bindczeck und Roswitha Zenker für die Organisation und Begleitung der ökumenischen Friedenswanderung. Die gemeinsame Wegstrecke machte deutlich: Frieden beginnt nicht erst in großen politischen Entscheidungen, sondern auch dort, wo Menschen miteinander unterwegs sind, zuhören, Hoffnung teilen und sich für Gerechtigkeit einsetzen.

Zum Foto:

Die ökumenische Pilgergruppe war gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit unterwegs. Foto: Schneider