Frieden erleben und Verantwortung teilen
Jugendliche aus dem Rhein-Lahn-Kreis nahmen an internationaler Begegnung in Taizé 2025 teil
RHEIN-LAHN. (22. Juli 2025) Jugendliche aus dem Rhein-Lahn-Kreis reisten jetzt nach Taizé in Südfrankreich. Gemeinsam mit jungen Menschen aus aller Welt erlebten sie fünf Tage der Stille, des Austauschs und der internationalen Begegnung. Die Fahrt – organisiert vom Evangelischen Dekanat Nassauer Land und drei Schulen der Region – wurde zu einer besonderen Erfahrung: für persönlichen Glauben, gemeinschaftliches Leben und die Frage, was jeder und jede Einzelne zu Frieden und Verantwortung in der Welt beitragen kann.
Die Reise der Schülerinnen und Schüler aus dem Dekanat, vom Goethe-Gymnasium Bad Ems, dem Johannesgymnasium Lahnstein und dem Leifheit-Campus Nassau wird den jungen Leuten in bester Erinnerung bleiben. Fünf Tage verbrachten sie in Taizé, einem kleinen, aber international bekannten Ort im Süden Frankreichs, der seit Jahrzehnten junge Menschen aus der ganzen Welt anzieht.
Begleitet wurden sie von zwei Erwachsenen und von Theresa Flöthner (Lehrerin am Leifheit-Campus), Schulpfarrerin Ute Eschenbrenner (Johannesgymnasium) und Schulpfarrer Markus Bomhard (Goethe-Gymnasium und Ansprechpartner für die Jugendlichen aus dem Dekanat). Gemeinsam machten sie diese Begegnungsfahrt möglich – auch durch die Organisation von Zuschüssen und viel persönlichem Engagement. Was die Jugendlichen suchten – und nach eigenem Bekunden vielfach auch fanden – war mehr als nur eine Fahrt ins Ausland. Es war eine bewusste Auszeit vom getakteten Schulalltag. Ein Raum für persönliche Reflexion, intensive Begegnungen und gemeinschaftliches Leben – offen, friedlich, über Grenzen hinweg.
Taizé ist kein gewöhnliches Reiseziel. Der Ort ist Heimat einer ökumenischen Bruderschaft, die für Gastfreundschaft, Einfachheit und ein friedliches Miteinander steht. Und genau das erlebten die Besucherinnen und Besucher: ein bewusst schlichtes Leben, getragen von Musik, Stille und ehrlichen Gesprächen – und von der Offenheit, sich selbst und anderen auf Augenhöhe zu begegnen.
Täglich versammelten sich hunderte Jugendliche aus vielen Ländern zu gemeinsamen Gebetszeiten, Bibelgesprächen und Mahlzeiten. Doch zwischen diesen festen Punkten blieb viel Raum für Austausch über persönliche Erfahrungen ebenso wie über globale Themen. Was bedeutet Verantwortung in einer vielfältigen Welt? Was kann Frieden im Alltag bedeuten? Wie leben junge Menschen in anderen Gesellschaften? Das waren unter anderem Fragen, über die nachgedacht und sich ausgetauscht wurde.
Die internationalen Begegnungen eröffneten neue Perspektiven: Viele Teilnehmende kamen ins Gespräch mit Jugendlichen aus anderen Kulturen und Lebensrealitäten. Dabei wurde deutlich, wie wichtig Verständigung, Respekt und aktives Zuhören sind – nicht nur im persönlichen Kontakt, sondern auch im Blick auf eine friedlichere Welt.
„Ich hätte nicht gedacht, wie sehr mich diese Reise verändern würde“, berichtet eine Schülerin nach ihrer Rückkehr. Besonders das Gebet am Kreuz habe sie tief bewegt: „Es kamen Gefühle hoch, die ich lange nicht zugelassen habe. Das war sehr intensiv – aber auch heilend.“ Auch die offene Atmosphäre, das gemeinsame Beten und das Gefühl, Glauben ohne Scham leben zu können, bedeuteten ihr viel.
Taizé wird oft als Ort beschrieben, an dem Zeit sich verlangsamt, an dem man Abstand gewinnt zu Erwartungen, Leistungsdruck und Alltagslärm. In dieser Entschleunigung entstand Raum für das, was im Alltag oft zu kurz kommt: Stille, echte Begegnung, das Nachdenken über sich selbst und über das, was man in die Welt tragen möchte. Was bleibt, sind persönliche Eindrücke und viele Impulse, die über die Reise hinauswirken: für mehr Miteinander, für gegenseitiges Verständnis und für eine friedlichere, verantwortungsvollere Zukunft. (mb)
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Fünf Tage, um in sich selbst hineinzuhorchen und sich mit anderen auszutauschen erlebten die junge Reisenden in Taizé. Foto: Dekanat
