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Nicht nur an Heilig Abend die Ärmsten der Armen nicht vergessen

Kollekten der Gottesdienste an Weihnachtsfeiertagen sind für Brot für die Welt bestimmt

 RHEIN-LAHN. (24. Dezember 2025) „Er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein“, so hat es der Kantor und Schulmeister Nicolaus Herman Mitte des 16. Jahrhunderts gedichtet. Fühlen wir uns nicht manchmal genau so? Vielleicht nicht in einem Krippelein, aber nackt und elend? Das mag damals nicht mal so weit entfernt gewesen sein von der Lebenswirklichkeit der Menschen, von der die Mehrheit trotz harter Arbeit in großer Armut lebte, an Krankheiten oder in Kriegen starb. Und heute anno 2025 in Deutschland?

Da könnte man manchmal den Eindruck gewinnen, es ginge den Menschen noch viel schlechter als vor 500 Jahren, wenn man das mediale Jammern und Klagen zumindest über die materiellen Zustände verfolgt. Dabei würden sich 90 Prozent der Bevölkerung auf dieser Welt wünschen, ein festes Dach über dem Kopf zu haben, als Kind eine Schule besuchen zu können oder einmal nur einen Abend ohne Hunger und die Angst vor Gewalt und Bomben einzuschlafen. Und gerade in Kriegsgebieten dürften sich Menschen auch in diesem Winter wieder die Wärme eines Stalles herbeiwünschen.

Vor allem Kinder sind auf dieser Welt vom Hungertod bedroht; nach Angaben von UNICEF starben im vergangenen Jahr weltweit wieder mehr als eine Million Kinder unter fünf Jahren an Mangelernährung. Die Ärmsten der Armen kämpfen täglich ums überleben, auch wenn das keine Schlagzeilen macht. Sie brauchen Hilfe, ganz praktisch. Und die wird ihnen durch die evangelische Hilfsorganisation Brot für die Welt zuteil das ganze Jahr über, ebenso übrigens wie durch das katholische Pendant Misereor. Brot für die Welt hat im Jahr 2024 fast 3000 Projekte in 81 Ländern dieser Erde unterstützt. Dabei wird der Hilfsorganisation ein besonders effizienter Einsatz der Gelder bescheinigt. Im vergangenen Jahr wurde die evangelische Hilfsaktion erneut vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) mit der besten Kategorie „niedrig“ ausgezeichnet. Konkret heißt das, dass nur rund 9,2 Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel in Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit fließen, rund 90,8 Prozent in die Projektarbeit.

Die Kollekten an Heilig Abend und Weihnachten sind aus gutem Grund traditionell für Brot für die Welt bestimmt. Wer keinen Gottesdienst besucht und trotzdem spenden will, kann das bei jedem Pfarramt tun oder auch über diese Website.

Der Blick auf das kleine hilflose Kind in der Futterkrippe steht aber nicht nur für die materielle Not von Menschen. Elend und verzweifelt fühlen sich hierzulande gerade an Weihnachten zum Beispiel auch diejenigen, die um einen geliebten Menschen trauern, ob es das erste oder schon wiederholte Fest der Liebe ist, das sie ohne sie verbringen müssen. Den Schmerz kann ihnen kein Mensch nehmen. Aber auch für sie hat Gott seinen Sohn in die Welt gesandt. Möge ihnen und uns allen dieses kleine Licht in der Krippe in Anfechtungen und innerer Dunkelheit Halt, Trost und einen Funken Hoffnung in den dunklen Zeiten des Lebens schenken.

Die evangelische Öffentlichkeitsarbeit Rhein-Lahn wünscht Ihnen froh machende, gesegnete und hoffnungsvolle Weihnachtsfeiertage!

Herzlichst Ihr Bernd-Christoph Matern