
Herrnhuter Stern öffnete in Diez Türen und Tore
Evangelische Adventsaktion sorgte für gleichermaßen spannende wie besinnliche Einblicke
DIEZ. (29. Dezember 2025) Was bewegt Gefangene im Knast an Weihnachten? Wie macht sich der Advent bei Polizei, Bundeswehr oder der Lebenshilfe bemerkbar? Das waren nur einige der Fragen, auf die die Adventsaktion der evangelischen Kirchengemeinden in Diez „Türen öffnen“ Antworten gaben.
Immer dabei: der leuchtende Herrnhuter Stern mit seinen charakteristischen Zacken. 30 Minuten, die in der oft hektischen Adventszeit eine kleine Auszeit mit Gesang, Informationen und Geschichten bescherten. In der Stadtbibliothek gab es davon reichlich auch in gedruckter Form. Dabei ging es beim Blick hinter
die Türen auch um einen Perspektivwechsel, wie der Advent von unterschiedlichen Seiten wahrgenommen und tatsächlich erlebt wird. Wenn er etwa Hochbetrieb für die Geschäftswelt bedeutet wie beim Besuch der T-Shirt-Druckerei „watapparel“ im Altendiezer Gewerbegebiet Petersfeld deutlich wurde. Und weil der geschäftige „Blackfriday“ aufs erste Adventswochenende fällt, bleibt da für Besinnlichkeit kaum Zeit. Etwas anders stellte sich die Situation in der Diezer Lebenshilfe da; den Gastgebern war die Vorfreude aufs Fest deutlich abzuspüren. Herzlich geht es im Second-Hand Laden „Wiedergeliebt“ nicht nur im Advent zu, wo gut erhaltene Kleidung den Besitzer wechselt anstatt als Textil-Müll zu enden.
Einen echten Perspektivwechsel gab es bereits an der ersten Kalenderstation, der Justizvollzugsanstalt. Gerade vor dem Weihnachtsfest haben viele Gefangene noch einmal das Bedürfnis, mit den Seelsorgern zu sprechen, bevor es nach dem Weihnachtsgottesdienst wieder in die Zellen geht. Advent bedeutet für viele Ordnungskräfte eine besonders herausfordernde Zeit. Das machte unter anderem der eindrucksvolle Besuch im Bundespolizeiaus- und fortbildungszentrum in der Limburger Straße deutlich, der zudem die Erkenntnis hinterließ, dass auch Sicherheit etwas mit Wärme zu tun hat. Und wo Menschen aus vielen Bundesländern stationiert sind wie auch bei der Bundeswehr im Oraniensteiner Schloss, lichten sich die Reihen peu á peu. Der bundesweit schönste Standort beherbergt seit Jahren das Kommando Regionale Sanitätsdienstliche Unterstützung der Bundeswehr. Dort macht sich die neue Sicherheitslage in Europa bemerkbar, die wieder für mehr
Begegnungen mit Soldaten in der Stadt sorgt, wie das vor 30 Jahren einst selbstverständlich war.
Spannend der Besuch bei der DLRG in Diez als ein Teil der Blaulichtfamilie, wo es in diesem Jahr mal einen schwimmenden Adventskranz zur Weihnachtsfeier im Hallenbad gab. Sportlich ging es an der letzten Tür zu, die sich am Kalender öffnete, dem Fitnessstudio Diez-Arena, die Kraft und Ausdauer trainiert, die nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele zu Gute kommt. Sich überraschen lassen, begegnen und Neues entdecken – dafür sorgte nicht nur das von Pfarrerin Kerstin Lüderitz mit der Gitarre begleitete „Eine Tür geht auf, doch nicht so wie ich gedacht“ an den Stationen, sondern auch die Herzlichkeit und Informationen der Gastgeber. Bei denen bedankte sich Pfarrer Ingo Lüderitz mit einer Kleinversion des Herrnhuter Sterns für die interessanten Einblicke in deren Alltag und Advent. (bcm)
Zu den Fotos:
Hereinspaziert: Nicht nur bei der Bundeswehr im Schloss Oranienstein wurden die Gäste des Adventskalenders herzlich empfangen. Informativ, besinnlich und spannend waren die Türen, die der Kalender in der Grafenstadt im Advent öffnete. Fotos: Matern/Schmittel
