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Propst Albrecht und Pröpstin Spory sagen Adieu

Doppelter Abschied von Mitgliedern der Kirchenleitung in Frankfurt

 FRANKFURT/RHEIN-LAHN. (26. Januar 2026) Die evangelische Pröpstin für Oberhessen, Anke Spory, und der Propst für Rhein-Main, Oliver Albrecht, sind am Sonntagabend (25. Januar 2026) in Frankfurt am Main gemeinsam aus ihrem Dienst verabschiedet worden. Spory und Albrecht hatten im Herbst vergangenen Jahres angekündigt, aus persönlichen Gründen aus ihren Leitungsämtern ausscheiden zu wollen. Das Propstamt in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist mit dem eines Regionalbischofs oder einer Regionalbischöfin in anderen Kirchen vergleichbar.

Oliver Albrecht (63) war seit 2015 Propst für Rhein-Main mit Sitz in Wiesbaden. Ab März kehrt er ins Gemeindepfarramt zurück und wird Pfarrer in Delkenheim und Wallau bei Wiesbaden. Bis zur Gebietsreform der Propsteigrenzen 2017 war Oliver Albrecht als Propst für Südnassau auch zwei Jahre für die Evangelischen im Rhein-Lahn-Kreis zuständig. Vielen Menschen im ehrenamtlichen Verkündigungsdienst ist er außerdem von zahlreichen Beauftragungen bekannt, deren Ausbildung seit vielen Jahren mit dem Nachbardekanat im Rheingau-Taunus-Kreis organisiert wird. Anke Spory (57) war seit 2023 Pröpstin für Oberhessen mit Sitz in Gießen und die erste Frau an der Spitze der Propstei. Im Frühjahr tritt sie ihre neue Aufgabe als Leiterin des Personalreferats der badischen Landeskirche in Karlsruhe an.

Die Nachfolge für Spory und Albrecht ist offen. Die EKHN-Kirchensynode wird im April auf ihrer bevorstehenden Tagung voraussichtlich auch darüber diskutieren, wie die Leitungsstrukturen der EKHN einschließlich dem Propstamt künftig ausgestaltet sein sollen.

Predigt zum Thema Veränderungen 

1 DSC 3680 Abschied Albrecht Gottesdienst mi KP und STv kp by EKHNvrIn ihrer gemeinsamen Predigt in der Frankfurter Heiliggeistkirche nahmen Albrecht und Spory das Thema Veränderung und Beständigkeit in den Blick. Für Albrecht gehörten Übergänge zum kirchlichen Leben. „Abschiedsschmerzen“ seien verständlich, dürfen jedoch kein Dauerzustand sein. Veränderungen seien auch für die Kirche notwendig. „Der Aufbruch ist nicht besser als das dableiben. Nur eben anders“, so Albrecht. Aufbrechen, aber auch Dableiben würden durch Gottes Segen verbunden. Spory ging im Gottesdienst auch auf die Bedeutung der Ordination ein, die traditionelle Beauftragung von Pfarrerinnen und Pfarrern. Nach Worten Sporys verstehe sie sich als ein „In-den-Dienst-Nehmen-Lassen“.

Bei dem Festgottesdienst zum Abschied dankte die hessen-nassauische Kirchenpräsidentin Christiane Tietz in einem Gebet für den Dienst von Pröpstin Anke Spory und Propst Oliver Albrecht in der EKHN. Sie würdigte die Gaben und das große Engagement, mit denen beide die Kirche geprägt haben. Sie unterstrich, „wie viele Menschen beide durch die Art, wie sie ihre Ämter ausübten, getröstet und zur Hoffnung ermutigt haben“. Auch dankte sie für ihre wichtigen kirchenleitenden Impulse und kraftvollen Visionen. Mit Blick auf die neuen Aufgaben von Spory und Albrecht erbat sie „Kraft, neuen Mut und Gottes begleitenden Schutz“.

Zum Abschied von Propst Oliver Albrecht dankte Stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf für elf Jahre engagierten Dienst in geistlicher und organisatorischer Leitungsverantwortung. Albrecht habe das Propstamt „nicht nur als Leitungsfunktion, sondern ausdrücklich geistlich“ verstanden. Besonders in Zeiten großer Veränderungen sei ihm wichtig gewesen, dass Pfarrpersonen erfahren: „Ich bin gesehen.“ Neben der Begleitung großer Strukturprozesse habe er den hessen-nassauischen Transformationsprozess ekhn2030 aktiv mitgestaltet und sich „leidenschaftlich für die Verbindung von Kirche und Diakonie eingesetzt“. Der Wechsel zurück in den Gemeindepfarrdienst sei ein bewusstes Zeichen, dass geistliche Leitung, Verkündigung und Seelsorge zusammengehören. Scherf würdigte seine „theologische Leidenschaft, Innovationsfreude und Begeisterungsfähigkeit“.

Fotos:
Blumen und viel Applaus fürs Wirken in der Kirchenleitung erhielten Pröpstin Anke Spory und Propst Oliver Albrecht während ihrer Verabscheidung in Frankfurt. Fotos: Volker Rahn