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Die frohe Botschaft geistreich unters Volk gebracht

Zum Tod von Pfarrer und Dekanin im Ruhestand Hermann Alves

 BAD EMS/RHEIN-LAHN. (4. Februar 2026) Im Alter von 96 Jahren ist Pfarrer und Dekan im Ruhestand Hermann Alves in der vergangenen Woche in Frankfurt gestorben. Er war von 1986 bis 1994 Gemeindepfarrer in Bad Ems und davon sechs Jahre Dekan des evangelischen Dekanats Nassau. Bundesweit bekannt wurde er als einer der renommiertesten Kenner von Wilhelm Busch und als Rezitator von dessen Werken, mit der er unter anderem die frohe Botschaft unters Volk brachte.

„Das Schönste aber hier auf Erden ist lieben und geliebt zu werden“, war eines seiner Lieblingszitate des Humoristen und Schriftstellers. Naturwissenschaft und Philosophie gaben Busch keine Antworten auf die großen Lebensfragen, stattdessen erkannte er nach der Lektüre der Bekenntnisse des Kirchenvaters Augustin: „Nur was wir glauben, wissen wir gewiss!“ Das beeindruckte Alves, der Busch bereits in seiner Jugend „kennen und lieben lernte wie die Bibel“, wie er einmal erzählte. Ein Neffe des berühmten Schöpfers von „Max und Moritz“ konfirmierte den späteren Theologen, der von 1970 bis 1986 als Pfarrer in Lorsbach im Main-Taunus-Kreis tätig war, bevor er eine der damals noch zwei Pfarrstellen von Bad Ems übernahm.

Unter anderem begleitete der in Hameln an der Weser geborene Theologe den Ausbau der Kindertagesstätte Arche Noah zur Ganztagseinrichtung. Wegbegleiter aus der Kirchengemeinde erinnern sich an Alves' auf theologischem Wissen und Lebenserfahrung basierenden klaren Aussagen zum Zeitgeschehen sowohl im Kirchenvorstand als auch in seinen Predigten, die er meist frei hielt und an seine präzise sprachliche Formulierungskunst. Aber auch als Seelsorger war er den Menschen ein hervorragender Begleiter.

In seinem Ruhestand konnte er sich seiner Leidenschaft für das Werk und Wirken von Wilhelm Busch noch intensiver widmen, verfasste Bücher über den Schriftsteller, die bis dato ganz neue Seiten des populären Humoristen offenbarten. Alves warb für dessen Dichtungen auch aus der Überzeugung: „Wer mit der Bibel nicht klarkommt, könnte mit Wilhelm Busch vielleicht zu ihr finden“, so seine Hoffnung. Ob kirchliche oder weltliche Anlässe von Bad Ems über den Rhein-Lahn-Kreis und sogar bis in den Bundestag in Berlin begeisterte Alves zudem als Busch-Rezitator und bereicherte unzählige Veranstaltungen, ließ dabei auch im exakt gesprochenen „st“ seine norddeutsche Heimat mit einem Augenzwinkern erkennen.

Den Menschen in Bad Ems und dem Rhein-Lahn-Kreis wird er auch nach seinem Tod als ein Mensch und Theologe in Erinnerung bleiben, der ebenso erheiternd wie auf geistreiche und tiefsinnige Weise ein Stück Glauben in die Welt und die Herzen getragen hat. Bernd-Christoph Matern

Zu den Fotos:
Geistreich, humorvoll, tiefsinnig und hin und wieder auch spitzer Zunge – so kannten die Menschen in Bad Ems und dem Nassauer Land Hermann Alves, der jetzt im Alter von 96 Jahren verstorben ist. Mehrere Bücher über Wilhelm Busch hat der Theologe publiziert wie die Biografie „Vom Geist, der dahinter steckt“ oder auch „Populär wie keiner – unbekannt wie selten einer“. Fotos: Matern