Podiumsgespraech2302 2026 Podium cc

Bildung im Land ist den Parteien wichtiges Anliegen

Kandidierende zur Landtagswahl im Podiumsgespräch in Miehlen – Kirche soll sich politisch äußern

MIEHLEN/RHEIN-LAHN. (2. März 2026) Bildung ist den Kandidierenden für die rheinland-pfälzischen Landtagswahlen am 22. März ein wichtiges Anliegen. Das zeigte ein Podiumsgespräch in Miehlen, zu dem die evangelische Gesamtkirchengemeinde Blaues Ländchen-Loreley und die Kolpingfamilie Nastätten-Kloster Schönau eingeladen hatte, wo sie sich Kandidierende unter dem Motto „Glaube, Haltung, Demokratie“ knapp 60 Anwesenden vorstellten und unter anderem ihre wichtigsten Ziele benannten.

Angela Adomeit (Freie Wähler), Annemarie Imgrund (Bündnis 90/Die Grünen), Matthias Lammert (CDU), Manuel Liguori (SPD), Wolfgang Schaefer (ÖDP) und Ralph Schleimer (FDP) stellten sich zunächst den Fragen von Moderator Bernd-Christoph Matern (evangelischer Öffentlichkeitsreferent und Redakteur) zu deren Verhältnis zu Glaube und Kirche, was Haltung für sie bedeutet, was sich im Land am Bildungssystem verändern sollte und welche Vorkehrungen in Rheinland-Pfalz getroffen werden können, um den immer deutlicheren Folgen des Klimawandels zu begegnen.

Konkrete Fragen gab es zur Bildungspolitik aus dem Publikum; eine Erhöhung der seit 20 Jahren unveränderten Zuschüsse für die Teilnahme an Freizeiten wurde da etwa gefordert. Kontrovers diskutiert wurde die Herabsetzung des Wahlalters von 18 auf 16 Jahren, ein generelles Handyverbot sowie die Frage, ob es etwa mit Blick auf den Klimaschutz eine „gute und schlechte Lobby“ in der Politik gibt. Ganz praktische Probleme, die Mobilität in einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz nachhaltig zu fördern oder genügend erneuerbaren Strom zu erzeugen, wurden ebenfalls angesprochen sowie der Erhalt von Krankenhäusern und Arztpraxen auf dem Land. Als aus ihrer Sicht wichtigste Themen nannten die Teilnehmenden der Parteien auf der Bühne die Gesundheitspolitik, politische Transparenz, Innovation und die Finanzpolitik.

Einigkeit herrschte, dass sich die beiden Kirchen auch politisch zu Wort melden sollen, dass sie als Träger von Kindertagesstätten, Schulen und im Gesundheitsbereich wichtige staatliche Aufgaben übernehmen und zudem den Menschen Orientierung sowie Werte wie Nächstenliebe und Menschenrechte vermitteln. Pfarrerin Yvonne Fischer dankte im Namen der Veranstalter allen Gästen für ihre Teilnahme und den regen Austausch, bevor sie um Gottes Segen bat.

„Aufstehen für“
Kirchen starten ökumenische Kampagne zu den Wahlen

Mit der gemeinsamen Kampagne „Aufstehen für …“ setzen die Kirchen in Rheinland-Pfalz und Hessen ein starkes Zeichen für Demokratie, Menschenwürde, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit Blick auf die Kommunalwahl in Hessen am 15. März sowie die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März rufen die evangelischen Landeskirchen, die katholischen Bistümer und die Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen (ACK) Südwest und Hessen-Rheinhessen dazu auf, Verantwortung für das demokratische Gemeinwesen zu übernehmen, extremistischen Tendenzen entschieden entgegenzutreten und das Wahlrecht bewusst wahrzunehmen.

Die Kirchen positionieren sich klar für eine offene, solidarische und gerechte Gesellschaft – ohne parteipolitische Empfehlungen, aber mit einer deutlichen Haltung für die Grundwerte der Demokratie. Ziel der Kampagne ist es, die Vielfalt der christlichen Kirchen als Stärke sichtbar zu machen und gemeinsam Verantwortung für das gesellschaftliche Miteinander zu übernehmen.

Hier finden Sie dazu mehr Informationen.

Zum Foto:

Bildungspolitik und die Bedeutung der Kirchen für die Gesellschaft waren unter anderem Themen in einem Podiumsgespräch zur Landtagswahl, zu dem die evangelische Gesamtkirchengemeinde Blaues Ländchen-Loreley und die Kolpingfamilie Nastätten-Kloster Schönau nach Miehlen eingeladen hatten. Foto: Crecelius