
Für den Frieden: „Steh auf und geh mit!“
Religionen und Migrationsbeirat rufen am Volkstrauertag zum Sternmarsch und Gebet in Bad Ems auf
RHEIN-LAHN/BAD EMS. (2. November 2026) „Steh auf und geh mit – Wir beten für den Frieden!“. Dazu laden in diesem Jahr wieder Menschen verschiedenster Religion am Sonntag, 15. November ab 18.30 Uhr nach Bad Ems ein. Der Sternmarsch für den Frieden führt von vier unterschiedlichen Startpunkten zur katholischen Martinskirche, wo um 19 Uhr das interreligiöse Friedensgebet beginnt. Den Christen, Juden und Muslimen, die zusammen mit dem Beirat für Migration und Integration des Kreises und aus Lahnstein den interkulturellen und interreligiösen Friedensmarsch und das Gebet vorbereiten, geht es darum, zu zeigen, dass sich trotz Verschiedenheit in gegenseitigem Respekt auch friedlich kommunizieren lässt.
Und das sei wichtiger denn je, erinnert die Sprecherin des Vorbereitungskreises Hildegard Simons an die vielen Konflikte in der Welt, die Menschen in Angst ums Leben bringt und zur Flucht zwingt. Wer Kriege macht, könne nicht an den gleichen Gott glauben. „Es braucht den respektvollen Umgang und eine friedliche Kommunikation“, sagt sie. Als Signal, sich nicht mit Hass und Gewalt auseinandersetzen zu müssen, sieht Selvi Emec-Krebs von der türkisch-islamischen Gemeinde: „Wir fordern das nicht nur, wir leben das auch und zeigen: Seht her, das Andere ist auch noch da!“. Filiz Achhammer vom Lahnsteiner Migrationsbeirat findet die Veranstaltung zudem als Vorbild für Kinder ganz wichtig. „Was im Kleinen funktioniert, sollte doch auch im Großen möglich sein“, ergänzt der jüdische Vorbeter Wolfgang Elias Dorr und betont den „inneren Frieden“, den Menschen haben sollten, um ihn in Familie, auf die Straße und in die Stadt zu bringen.
Dass eigenes Wohlbefinden ein besseres friedliches Zusammenleben ermöglicht, sei von Herkunft und Hautfarbe unabhängig und das finde sich auch im Koran, erklären die beiden Mitglieder der Ahmadiyya Gemeinde Koblenz Naveed Haider Ahmad und Imam Ansir Ahmad. „Die Unterschiede sind da, sich kennen zu lernen und nicht, um Streit zu haben“. Abubekir Köç, Imam der türkisch-islamischen Gemeinde, betont: Wer zum Islam gehöre, vor dessen „Hand und Mund“ müsse sich jeder sicher fühlen.
Bei allem Durcheinander in der Welt, zeige das Friedensgebet: „Wir wollen Friede und Liebe und wo die sind, da hat Hass und Streit keinen Platz“, sagt Priester Boris Zdrobau von der russisch-orthodoxen Gemeinde, deren Chor das Gebet wieder mitgestaltet. Dass es besser ist, zusammen zu beten als gegeneinander zu kämpfen, ist für den katholischen Pfarrer Michae Scheungraber ein Kern des Anliegens. Zusammenstehen, aufeinander achten und hören seien Grundlagen der Gemeinschaft, ergänzt Paul Krüger vom Pfarrgemeinderat. Das alte Sprichwort „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andren zu“, zitiert die Ökumene-Pfarrerin des evangelischen Dekanats Nassauer Land Antje Müller, ein Gedanke, der sich als „Goldene Regel“ bereits in der Bibel in Jesu Bergpredigt findet. Demut und Respekt brauche es mehr denn je, meint Angelika Hille vom Kirchenvorstand.
„Wir hoffen, viele Menschen mit unserem Anliegen zu erreichen“, wünscht sich Wolfgang Riehl vom Migrationsbeirat des Kreises. Dazu trägt nicht zuletzt die Musik während des Friedensgebetes bei. An der Orgel spielt Bezirkskantor Jan Martin Chrost. Regine Reisinger leitet ihre Chöre aus Welschneudorf und Montabaur.
Im Anschluss besteht bei Getränken und kleinen Leckereien die Möglichkeit zum Austausch.
Der Sternmarsch startet um 18.30 Uhr an der Kapelle Maria Königin (Kapellenstraße), um 18.30 Uhr an der russisch-orthodoxen Kirche Heilige Alexandra, um 18.30 Uhr an der Kreisverwaltung und um 18.40 Uhr an der evangelischen Martinskirche. Das Friedensgebet in der zu diesem Anlass besonders illuminierten Kirche beginnt um 19 Uhr. Das Mitnehmen von Plakaten ist beim Marsch nicht erlaubt. Bernd-Christoph Matern
Zum Foto:
Die Vorbereitungsgruppe um Hildegard Simons (rechts) lädt unabhängig von Herkunft, Glaube und Weltanschauung am Volkstrauertag zum Friedensgebet nach Bad Ems ein. Mit einem Sternmarsch von vier Standorten aus geht es ab 18.30 zur katholischen Martinskirche. Fotos: Matern
Die katholische Kirche St. Martin in Bad Ems ist am Volkstrauertag wieder Zielort für den Friedensmarsch „Steh auf und geh mit! Wir beten für den Frieden“, zu dem christliche, jüdische und muslimische Gemeinden sowie der Migrationsbeirat des Kreises und von Lahnstein einladen. Dort beginnt um 19 Uhr das interreligiöse Friedensgebet.
