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Kirchengemeinden stellen sich auf Corona-Advent und -Weihnachten ein

An Rhein, Lahn und Aar reagieren evangelische Vorstände auf dramatisch steigende Inzidenz- und Todeszahlen

RHEIN-LAHN. (19. November 2021) Immer mehr evangelische Kirchengemeinden im Dekanat Nassauer Land bereiten sich angesichts der bundesweit sowie im Rhein-Lahn-Kreis dramatisch steigenden Corona-Inzidenzzahlen und Todesfälle auf alternative Angebote für ihre Advents- und Weihnachtsveranstaltungen einschließlich der Weihnachtsgottesdienste vor. Dabei wird in den Kirchenvorständen an Rhein, Lahn und Aar auch intensiv über eine Zugangsbeschränkung bei Gottesdiensten an den kommenden Sonntagen sowie an Weihnachten nachgedacht, die eine Teilnahme nur noch Personen erlaubt, die entweder genesen oder geimpft sind (2-G-Regel). Nach der neuen Verordnung soll ab nächsten Mittwoch die 3-G-Regel auch für Gottesdienste Pflicht sein. Damit können Ungeimpfte ohne zertifizierten Test, der ncht älter als 4 Stunden ist, nicht mehr an Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen teilnehmen. Deshalb basteln die Gemeinden schon jetzt an digitalen Formaten und Andachten im Freien. Hier finden Sie Infos zur aktuellen Lage und den Verordnungen.

Einen Adventsmarkt rund um die innen illuminierte Markuskirche plant die evangelische Kirchengemeinde Braubach für Sonntag, 28. November. Orgelmusik, Freiluft-Auftritte des Posaunenchors und eine Andacht in der Kirche soll es geben. Die gesamte Veranstaltung wird unter der 2-G-Regelung stattfinden. Diese Teilnahme-Einschränkung ist ebenso für die Gottesdienste am Heiligabend und den Familien-Gottesdienst mit Krippenspiel am 2. Weihnachtsfeiertag in der Markuskirche vorgesehen.

Sehr konkret geht es in den Kirchengemeinden Dausenau und Hömberg-Zimmerschied zu, wo schon 2020 ein sehenswertes Weihnachtsvideo gedreht wurde, das bislang schon fast 3000 mal aufgerufen wurde. Derzeit produziert die Gemeinde mit Konfirmandinnen und Konfirmanden für jeden Adventssonntag einen Advents-Impuls aus der evangelischen St. Kastorkirche in Dausenau, der ab 1. Advent auf dem YouTube-Kanal der Gemeinde zu sehen ist. Die Heilig-Abend-Gottesdienste sollen auf alle Fälle live gestreamt werden.

Ein Streaming-Angebot ist für Weihnachten ebenso in der evangelischen Kirchengemeinde in Hahnstätten geplant. Auch dort wird eine 2-G-Relegung für Heilig Abend in Betracht gezogen, wenngleich sich bis dahin in Corona-Zeiten noch viel ändern kann, wie Gemeindepfarrer Urs Michalke einräumt. Aar-abwärts hat auch die evangelische Kirchengemeinde Flacht bereits auf die aktuelle Entwicklung reagiert und möchte seinen Heilig-Abend-Gottesdienst ins Freie verlegen, damit der Gottesdienst auf jeden Fall stattfinden kann. Geplant ist der Platz an der Aartalhalle in Flacht.

Ein musikalisches Projekt startete gestern in Bad Ems. Dort bereiten sich singefreudige Menschen als „Christmas Singers“ bei zwei Proben darauf vor, um an fünf prominenten Stellen mit und für Menschen zu singen. Die Weihnachtsgesänge sollen dann auch digital abzurufen sein. 

Angesichts der sich zuspitzenden Lage arbeitet auch der Krisenstab der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau an einer Anpassung seiner Empfehlungen für die Kirchengemeinden, musss dafür aber noch die schriftichen Vorgaben des Landes abwarten, die beschreiben, was das für die kirchengemeindliche Arbeit konkret bedeutet. Der Krisenstab empfiehlt für die gemeindliche Arbeit aber bereits jetzt: Feiertagsgottesdienste sollen so geplant werden, dass Abstände eingehalten, Masken bis zum Platz und auch beim Singen getragen werden –  selbst wenn die Gottesdienste unter 2G-Bedingungen gefeiert werden. Dies empfiehlt der Krisenstab auch für alle anderen gemeindlichen Veranstaltungen in Innenräumen über die Gottesdienste hinaus. Er regt zugleich an, wie an den Feiertagen 2020 verstärkt digitale Formate zu prüfen, wie etwa live gestreamte Gottesdienste, um möglichst vielen Menschen die Beteiligung zu ermöglichen.  (bcm)

Hier erhalten Sie tagesaktuelle Informationen über die aktuelle Corona-Entwicklung im Rhein-Lahn-Kreis.

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Schon im vergangenen Jahr setzten viele Kirchengemeinden auf Video-Übertragungen an den Weihnachtsfeiertagen. In diesem Jahr soll verstärkt die 2-G-Regelung die Teilnehmenden in Gottesdiensten vor einer Übertragung des Virus schützen. Foto: Matern