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41 Projekte machen Lust, gemeinsam aktiv zu sein

Digital und analog: Initiative 55plus-minus sorgt für regen Austausch unter Menschen der Region

BOGEL/RHEIN-LAHN. (29. Mai 2026) „Gemeinsam aktiv“ lautet seit 22 Jahren das Motto der Initiative 55plus-minus im evangelischen Dekanat Nassauer Land. Dass das so bleibt, dafür sorgen in diesem Jahr wieder mehr als 40 Projektbetreuende, die mit unterschiedlichsten Angeboten Menschen zusammenbringen und das soziale Miteinander fördern statt sie wie in lauten asozialen Medien gegeneinander aufzubringen. Allein im Jahr 2025 zählte die Initiative rund 4500 Teilnehmende bei 263 Veranstaltungen.

I55plus minus Projektbetreuer Treff180526DieterZorbach becrima Ein vielseitiges Spektrum an Angeboten bestimmt auch in diesem Jahr wieder das Miteinander von Menschen im fortgeschrittenen Alter. Das zeigte ein Treffen in Bogel, während dem 30 Betreuerinnen und Betreuer von Projekten ihre Vorhaben vorstellten. Die Palette reicht vom gemeinsamen Frühstückstreff und Musizieren über den kritischen Blick auf den medialen Zeitgeist und den Austausch zwischen Jung und Alt bis hin zu handfesten Tipps zu Geldanlagen, digitalem Know-how und Pflegeangeboten. Das Erfolgsrezept: Die Aktiven der Initiative sind mit Herzblut bei der Sache.

„Ich lese ja jetzt schon seit einigen Jahren in den Kindergärten der Region, aber das hat mich absolut begeistert“, berichtet etwa Jutta Struwe von den Lesepaten von einer der jüngsten Einsätze. Ein Kind habe gesagt, dass sie ja nicht Patinnen, sondern eher Partnerinnen seien, wenn es ums Lesen und die Entdeckung von Büchern gehe. „Das hat mich sehr bewegt und ich finde, wir sollten uns in Lese-Partnerinnen umtaufen.“ Die Lesehungrigen sind zudem ein gutes Beispiel für die Generationen übergreifenden Angebote der Gruppe, denn nicht nur in den Kitas sind sie gern gesehene Gäste, sondern auch in Altenheimen. Mit Geschichten, Vorlesen und Liedern erfreut die Gruppe regelmäßig die Menschen im Wohnpark am Paulinenstift in Nastätten. Nicht minder beliebt sind die erfahrenen Handwerkspaten, die regelmäßig in den Kitas zum Werkeln dort reinschauen und damit nicht nur die handwerklichen Fähigkeiten der Kids zutage bringen und fördern, sondern oft auch dem dort unterrepräsentierten Männer-Anteil etwas auf die Sprünge helfen.

Künstlerische Angebote, philosophische Runden, Sprachkurse, Computerkurse und die unterschiedlichsten Bildungsangebote hält das Programm bereit. Dabei sind Klassiker nicht weniger wertvoll, um auch im Alter Gemeinschaft statt Einsamkeit zu pflegen. Rolf Ostermann etwa liefert dafür mit seiner vor zwölf Jahren initiierten Kegelgruppe das beste Beispiel. „Geselligkeit und Spaß stehen im Mittelpunkt“, berichtet er von den monatlichen Treffen rund um die Kugeln und Kegel.

„Ob Strickkurs oder psychologischer Diskurs – der Austausch ist das Entscheidende, über welch pragmatische Interessen die Menschen auch zusammenfinden“, sagt Ralf Skähr-Zöller, Dekanatsreferent für die Arbeit mit Menschen in der zweiten Lebenshälfte und selbst Teil des Initiative-Teams. „Wichtig ist, dass die Leute etwas machen, gerade wenn sie aus dem Berufsleben ausscheiden, anstatt allein zuhause zu versauern“.

Dabei haben sie vor neuen Medien keine Angst, sondern lernen, gekonnt und bewusst, mit ihnen umzugehen. Das machte während des Treffens in Bogel unter anderem Initiative-Sprecher Dieter Zorbach aus Bornich deutlich, als er die vielen Möglichkeiten vorstellte, die die Lene-App bietet. Die Abkürzung steht für Lokale Erwachsenenbildung und Netzwerk für soziale Kontakte. Über die lassen sich sowohl Infos über die Veranstaltungen austauschen als auch im Gegensatz zu den Algorithmen gesteuerten Netzwerken ganz individuelle Kontaktwünsche und Suchen steuern. Daneben gibt die Website der Initiative einen umfassenden Überblick über das breite Angebot. Ehrenamtliche Ausdauer und neue Medien sorgten dafür, dass aus ehemals vier Projekten in diesem Jahr 41 Projekte wurden, zeigte die Statistik von Dieter Zorbach.

Und immer wieder finden sich neue Menschen mit ihren Projektideen, für die sie in der Initiative Gleichgesinnte suchen und finden. „Das ist keine abgeschlossene Geschichte“, freut sich Dieter Zorbach über den Spirit der Akteure. „Jedes Projekt ist Teil eines großen Ganzen, in der neue Ideen immer wieder gefragt sind und umgesetzt werden können“. Bernd-Christoph Matern

Kontakt per Telefon 06771-94974 oder hier über die Lene-App sowie hier über die Website i55plusminus.de.

 

Zu den Fotos:
Kontakte knüpfen, Neues entdecken, Ideen teilen: das ermöglichen die Betreuenden der Initiative 55plus-minusl, die derzeit mehr als 40 Projekte zum gemeinsamen Aktivwerden anbieten, die beim Treffen in Bogel vorgestellt wurden. Initiative-Sprecher Dieter Zorbach wies dabei unter anderem auf die individuellen Nutzungsmöglichkeiten der Lene-App hin. Fotos: Matern