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Jugendliche backen Brot für weltweite Bildung

In der Bäckerei Zorn lernen Konfis aus dem Einrich Handwerk kennen und Hoffnung bringen

BfdW Backen 2026 rund becrima  KATZENELNBOGEN/RHEIN-LAHN. (5. Oktober 2026) Konfi-Unterricht ganz praktisch und hilfreich erlebten jetzt zwei Dutzend Jugendliche aus den evangelischen Kirchengemeinden Kördorf und Klingelbach, die in der Bäckerei Zorn in Katzenelnbogen Brot backten. Dabei waren die Konfirmandinnen und Konfirmanden aus dem Einrich nicht die einzigen. Bundesweit engagieren sich Jugendliche und regionale Bäckereien rund ums Erntedankfest zugunsten von Ausbildungsprojekten im Globalen Süden.

Einen ganzen Samstag nahm sich Niko Zorn Zeit, um sich mit den neugierigen Teenagern ans Werk zu machen. Denen erklärte der Bäckermeister nicht nur, wie so ein 750 Gramm schweres Sauerteigbrot in seiner Backstube entsteht. Auch eine kleine Körner- und Samenkunde wurde eingeschoben, während der Teig in der großen Rühr-Maschine seine Runden drehte. Etwas pappig ging es beim Formen der Leiber zu. Der Schriftzug „5000 Brote“ aus Mehl krönte das Backen, bevor die 34 Brote der Klingelbacher Konfis im Ofen verschwanden. Pfarrerin Antje Dorn dankte Niko Zorn für den spannenden Aufenthalt in dessen Backstube, der dafür wieder Zutaten und seine Arbeitszeit zur Verfügung gestellt hatte. „Das kann man ihm gar nicht hoch genug anrechnen.“

KonisBackenBfdW260926 Teigruehren becrimaDass die Aktion mehr als ein lehrreicher Ausflug ins Bäckerhandwerk war, zeigte der Erntedankgottesdienst, in dem die Brote für den guten Zweck rasch verkauft waren. Die Konfis stellten sehr anschaulich dar, für was die Menschen im Einrich Grund zum Danken haben. Da kamen Jugendliche, Landwirtin und Bäcker, aber auch ein Kind aus Mosambik zu Wort, das sich dankbar für die Unterstützung von Brot für die Welt zeigte, die ihm manchmal sogar ein warmes Essen ermöglicht. Erntedank heiße nicht nur „Danke sagen“, erklärte ein Konfirmand. „Es heißt auch, daran zu denken, dass es Menschen gibt, die nicht genug zu essen haben. Und deshalb will ich teilen, weil ich genug habe.“ Am Ende formulierten die Konfis: „Unser Brot soll Hoffnung bringen“.

Vom bundesweiten Engagement der Jugendlichen und regionalen Bäckereien für die Aktion 5000 Brote profitieren diesmal junge Menschen in Argentinien und Mosambik. Der neue Konfi-Jahrgang setzt sich mit Themen wie globaler Ungleichheit, Hunger und Armut, der Relevanz von Bildung und mit der Lebenssituation von Jugendlichen in anderen Teilen der Welt auseinander.

Hintergrund

2012 entstand die Idee für die Aktion „500 Brote – Konfis backen Brot für die Welt“ in Kooperation der evangelischen Landeskirchen Hessen-Nassau und Kurhessen-Waldeck mit den Bäckerinnungen auf Initiative des Zentrums Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN. Mittlerweile beteiligen sich alle deutschen evangelischen Mitgliedskirchen an der Aktion. Hauptaktionsraum ist zwischen Erntedank und dem ersten Advent. Die Teilnahme ist jedoch ganzjährig möglich. Mehr Infos unter www.5000-brote.de Bernd-Christoph Matern

Argentinien: Freundschaft in der Backstube

Am Stadtrand von Buenos Aires haben Kinder und Jugendliche viele Herausforderungen und wenig Chancen. Die protestantische Stiftung „Zeit zu handeln“ betreibt dort fünf Jugendzentren – für viele Kinder ein zweites Zuhause. Dort können sie spielen, malen, musizieren, Sport machen und backen. Sozialpädagogische Kräfte haben für alle ein offenes Ohr. In der Backstube entwickeln die Kinder Selbstvertrauen und Zuversicht. Jugendliche können an Ausbildungskursen teilnehmen und persönliche Berufsberatung nutzen. So gelingt es ihnen, einen Job zu finden oder sich selbständig zu machen.

Mosambik: Ein Ofen für den Neustart

Mehr als eine Million Menschen mussten aus Cabo Delgado – im Nordosten von Mosambik – vor brutaler Gewalt fliehen. Sie ließen alles zurück. Die Organisation CEDES unterstützt sie in der Provinz Nampula beim Neuanfang. Es wurden Häuser gebaut und Felder angelegt. Staatlich anerkannte Handwerksausbildungen und die Unterstützung beim Aufbau von Kleinunternehmen kommen Geflüchteten wie Ortsansässigen gleichermaßen zugute. So gelingen ein gutes Miteinander und voneinander zu lernen. 2500 Menschen profitieren davon. Das Projekt schafft Vertrauen, neue Arbeitsplätze und langfristige Perspektiven. Tima Lopes verdient ihren Lebensunterhalt nun als Bäckerin.

Zum Foto:

Bäckermeister Niko Zorn zeigte den Konfis aus dem Einrich, wie ein gutes Brot gebacken wird, um Menschen in ärmeren Regionen der Welt zu helfen. Fotos: Bernd-Christoph Matern