Himmelsleiter QuerMuenster2025 becrima

„Ach Mensch. Was bleibt?“

Ausstellung in der evangelischen Kastorkirche Dausenau von August bis November mit zeitgenössischer und alter Kunst sowie einem umfassenden Bildungsprogramm

DAUSENAU/RHEIN-LAHN. (11. Mai 2026) Was kommt nach dem Tod? Das ist eine Menschheitsfrage, die in allen Kulturen und zu allen Zeiten den Menschen bewegt. In der aus dem 14. Jahrhundert stammenden und reich mit sakraler Kunst ausgestatteten evangelischen Kastorkiche Dausenau wird am Samstag, 22 August eine Ausstellung unter dem Titel „Ach Mensch, was bleibt?“ eröffnet. Gezeigt werden Werke von 15 namhaften Künstlerinnen und Künstlern. Dazu zählen Christian Boltanski, Markus Lüpertz, Billi Thanner, Paula Rego, Max Klinger, Csilla Kudor und Matthäus Merian der Ältere – allesamt Werke, die sich der Frage stellen: Was bleibt, wenn wir nicht mehr sind?

Zwischen Erinnerungen und Vergänglichkeit, zwischen Spiritualität und künstlerischem Ausdruck entfalten die Werke eine eindringliche Auseinandersetzung mit Leben, Tod und dem Danach. Ergänzt wird die Ausstellung durch Werke aus Südamerika und Ozeanien. Die elementare Frage, was mit dem Menschen nach seinem Tod geschieht, zeigt sich in einer verwirrenden Vielfalt von Ritualen des Gedenkens an die Toten.

Im mittelalterlichen Kirchenraum in Dausenau zeitgenössische Kunst zu präsentieren, eröffnet ungewöhnliche spannungsvolle Perspektiven. Einerseits fordert der sakrale Raum – Ort der Begegnung zwischen Mensch und Gott - die Kunst heraus und fragt nach ihrer sinnstiftenden Kraft. Andererseits stellt die Kunst existenzielle Fragen, indem sie Glaubensgewissheiten und Traditionen hinterfragt und alternative Perspektiven eröffnet. In der intimen Atmosphäre der Kirche werden Besucherinnen und Besucher eingeladen, inne zu halten und sich existenziellen Fragen zu stellen.

Attraktives Rahmen- und Bildungsprogramm

Begleitet wird die bis November dauernde Schau von einem attraktiven Bildungsprogramm für Jung bis Alt mit Angeboten für Kinder, Schulen und Jugendliche, Schreibwerkstätten für Erwachsene und der Begleitung zu Fragen von Tod und Leben. Hinzu kommt ein „Hoffnungscafé“, das die Möglichkeit bietet, zu rasten und sich mit dem bewegenden Thema im Dialog auseinanderzusetzen oder die eigenen Gedanken dazu in Worte zu fassen.  

Die Ausstellung und das Begleitprogramm werden gemeinsam vom evangelischen Dekanat Nassauer Land, der Stiftung Apollonia von Ehr, der Ortskirchengemeinde Dausenau und der Bonner Stiftung Kunst und Kultur realisiert und von der Kulturstiftung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau unterstützt.

„Als christliche Kirche erzählen wir von der Auferstehung und dem Reich Gottes und schöpfen daraus Hoffnung, die das Leben vor dem Tod verändert. Die ausgestellten Kunstwerke sollen zum Nachdenken anregen: Über den eigenen Tod und was daraus für das eigene Leben folgt. Ich glaube, das lohnt sich. Wie es in Psalm 90 heißt: Gott, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden“, beschreibt Dekanin Kerstin Janott ihre Erwartung an die Ausstellung. Stephan Schauhoff, Vorstand der Apollonia von Ehr Stiftung, ergänzt: „Die ausgestellten Kunstwerke erzählen viele Geschichten zu unserer Vergänglichkeit und machen damit religiöse Ideen aus verschiedenen Kulturen und Epochen sichtbar. Freiheit, Schuld, Erkenntnis und Verantwortung gehören wie die Sterblichkeit zum Menschsein. Dies gehört zusammen, darum sind auch Kunstwerke zur Vertreibung aus dem Paradies oder den sieben Todsünden zu sehen.“

Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag, 22. August um 17 Uhr. Sie wird jeweils von Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet sein. Neben regelmäßigen Führungen wird es auch einen Ausstellungskatalog geben. Aktuelle Infos zum Programm finden Sie auf dieser Homepage sowie im Veranstaltungskalender dieserr Website. Dort sind auch Anmeldungen zu Einzelveranstaltungen möglich.

 

Pilgern, Vorträge, Lesungen, Musik und ein Hoffnungscafé

Das Rahmenprogramm zur Ausstellung 

Die Ausstellung wird von einem breiten und vielseitigen Rahmneprogramm begleitet. Hier eine Übersicht der bereits fest terminierten Angebote. Sobald es mehr Informationen gibt, finden Sie diese durch einen Klick auf die entsprechend verlinkte Zeile im Veranstaltungskalender. Für manche Veranstaltungen wird auch um eine Anmeldung gebeten*:

Sonntag, 23. August, 14 Uhr: „Gemeinsam unterwegs“ – Pilgertour von Bad Ems nach Dausenau zur Ausstellung

Sonntag, 30. August, 18.30 Uhr: Singgottesdienst „Lieder vom Leben singen“ mit Dekanin Kerstin Janott und Dekanatskantor Martin Samrock.

Dienstag, 1. September, 18 Uhr: Das neue rheinland-pfälzische Bestattungsgesetz; Informationen und Austausch mit der stellvertretenden Dekanin Maike Kniese.

Donnerstag, 3. September, 18 Uhr: „Tod und Trauer in biblischen Texten“ mit der stellvertretenden Dekanin Maike Kniese.

Donnerstag, 10. September, 18 Uhr: „Tod und Trauer im Märchen“, Vortrag und Austausch mit der stellvertretenden Dekanin Maike Kniese.

Sonntag, 13. September, 14 bis 16 Uhr: Führung zum Tag des offenen Denkmals.

Freitag, 18. September, 18.30 Uhr: „Einsachtzig unter oben“, Lesung mit Pfarrer im Ruhestand Wolfhard Düver

Samstag, 19. September, 10.30 Uhr bis 17 Uhr: Workshop-Tag „Schätze des Lebens entdecken“ mit Dekantsreferent Ralf Skähr-Zöller.

Samstag, 19. September, 15 Uhr, Nassau: „Radieschen von unten“ – eine lebendige Veranstaltung für Kinder und deren Angehörige mit Kinderbuchautorin Katharina von der Gathen in Kooperatuion mit den ambulanten Hospizdiensten Rhein-Lahn.

Sonntag, 20. September, 18 Uhr: „Wie kann Gott das zulassen?“ –  Vom Umgang mit Leid und Tod in Judentum, Christentum und Islam. Vortrag und Gespräch mit Imke Schauhoff

Samstag, 3. Oktober, 13 Uhr ab Nassau: „Walk and Talk“, eine Pilgertour von Nassau nach Dausenau mit Dekanatsreferent Ralf Skähr-Zöller.

Freitag, 9. Oktober, 16 bis 21 Uhr: „Sprache fürs Unaussprechliche“, ein Seminar zur Kommunikation von Verlust-Gefühlen mit Varsha Heide und Beate Schmittel.

Samstag, 10. Oktober, 10 bis 16 Uhr; evangelischer Gemeindesaal: Kreativworkshop mit Bildungsreferentin Beate Schmittel.

Sonntag, 11. Oktober, 18 Uhr: „Er predigte den Vögeln...“ 800 Jahre Franziskus, Bildpräsentation mit Musik von der Gruppe Ranunculus.

Freitag, 23. Oktober, 15 bis 17 Uhr: Gesprächsnachmittag „Die Menschen, die mich prägten“ mit Pfarrerin Mariesophie Magnusson.

Samstag, 24. Oktober, 17 Uhr: „Danse macabre - Tanz auf dem Vulkan – Lust, Rausch und Untergang“. Poesie und Prosa berühmter Dichterinnen und Dichter aus der Zeit der (garnicht so) „Goldenen Zwanziger“ mit Moritz Stöpel und Christopher Herrmann im Rahmen des Lahnfestivals „Gegen den Strom“.

Freitag, 30. Oktober, 19 Uhr: „...als flögen wir davon“. Orgelkonzert mit Dekanatskantor Martin Samrock.

Samstag, 7. November, 15 Uhr: „Bibliodrama“ – neue Wege, sich der alten Schrift zu nähern, mit Dekanatsreferent Ralf Skähr-Zöller.

Sonntag, 8. November, 10 Uhr: „Ente, Tod und Tulpe“ – Literaturgottesdienst mit der stellvertretenden Dekanin Maike Kniese und Dekanatskantor Martin Samrock.

Freitag, 13. November, 18 Uhr: Schlagergottesdienst „Marmor, Stein und Eisen bricht“ zum Mitsingen und Nachdenken über Vergänglichkeit und die Liebe.

Samstag, 14. November, 19 Uhr: Chor- und Orgelkonzert mit der evangelischen Kantorei Bad Ems und Dekanatskantor Ingo Thrun.

Sonntag, 15. November, 10 Uhr: Bittgottesdienst für den Frieden.

Samstag, 21. November, 19 Uhr, Finnisage: „Der bebilderte Himmel“, Impuls-Vortrag und Austausch mit Pröpstin Henriette Crüwell.

* bitte beachten Sie, dass sich die hier angegebenen Termine und Zeiten kurzfristig ändern können.

 BILDUNGSANGEBOTE FÜR SCHULKLASSEN UND KONFI-GRUPPEN

Für Schul- und Religionsklassen der Stufen 7 bis 10 sowie Konfigruppen hat das Religionspädagogische Institut in Nassau

ein eigenes Bildungsangebot erarbeitet.

Hier finden Sie mehr Informationen dazu.

 

Zu den Fotos:
Auch die bekannte Himmelsleiter der österreichischen Künstlerin Billi Thanner wird während der Kunstausstellung in der Dausenauer Kastorkirche zu sehen sein. Ein engagiertes Team bereitet die bundesweit bemerkenswerte Schau derzeit vor, auch viele Treffen vor Ort gab es bereits.  Fotos: Matern