
„Ach Mensch. Was bleibt?“
Ausstellung in der evangelischen Kastorkirche Dausenau von August bis November mit zeitgenössischer und alter Kunst sowie einem umfassenden Bildungsprogramm
DAUSENAU/RHEIN-LAHN. (11. Mai 2026) Was kommt nach dem Tod? Das ist eine Menschheitsfrage, die in allen Kulturen und zu allen Zeiten den Menschen bewegt. In der aus dem 14. Jahrhundert stammenden und reich mit sakraler Kunst ausgestatteten evangelischen Kastorkiche Dausenau wird sich von Samstag, 22. August bis Samstag, 21. November eine Ausstellung unter dem Titel „Ach Mensch, was bleibt?“ mit dieser Thematik beschäftigen.
Pilgern, Vorträge, Lesungen, Musik und ein Hoffnungscafé
Das Rahmenprogramm zur Ausstellung
Die Ausstellung wird von einem breiten und vielseitigen Rahmenprogramm begleitet. Hier eine Übersicht der Angebote. Mehr Informationen zu den Terminen finden Sie durch einen Klick auf die entsprechend verlinkte Zeile im Veranstaltungskalender. Für manche Veranstaltungen wird auch um eine Anmeldung gebeten*:
Sonntag, 13. September, 14 bis 16 Uhr: Führung zum Tag des offenen Denkmals.
Samstag, 24. Oktober, 17 Uhr: „Danse macabre - Tanz auf dem Vulkan – Lust, Rausch und Untergang“. Poesie und Prosa berühmter Dichterinnen und Dichter aus der Zeit der (garnicht so) „Goldenen Zwanziger“ mit Moritz Stoepel und Christopher Herrmann im Rahmen des Lahnfestivals „Gegen den Strom“.
Sonntag, 15. November, 10 Uhr: Bittgottesdienst für den Frieden.
- bitte beachten Sie, dass sich die hier angegebenen Termine und Zeiten kurzfristig ändern können.
BILDUNGSANGEBOTE FÜR SCHULKLASSEN UND KONFI-GRUPPEN
Für Schul- und Religionsklassen der Stufen 7 bis 10 sowie Konfigruppen hat das Religionspädagogische Institut in Nassau
ein eigenes Bildungsangebot erarbeitet.
Hier finden Sie mehr Informationen dazu.
Gezeigt werden in der hochkarätigen Ausstellung Werke von 15 namhaften Künstlerinnen und Künstlern. Dazu zählen Christian Boltanski, Markus Lüpertz, Billi Thanner, Paula Rego, Max Klinger, Csilla Kudor und Matthäus Merian der Ältere – allesamt Werke, die sich der Frage stellen: Was bleibt, wenn wir nicht mehr sind?
Zwischen Erinnerungen und Vergänglichkeit, zwischen Spiritualität und künstlerischem Ausdruck entfalten die Werke eine eindringliche Auseinandersetzung mit Leben, Tod und dem Danach. Ergänzt wird die Ausstellung durch Werke aus Südamerika und Ozeanien. Die elementare Frage, was mit dem Menschen nach seinem Tod geschieht, zeigt sich in einer verwirrenden Vielfalt von Ritualen des Gedenkens an die Toten.
Im mittelalterlichen Kirchenraum in Dausenau zeitgenössische Kunst zu präsentieren, eröffnet ungewöhnliche spannungsvolle Perspektiven. Einerseits fordert der sakrale Raum – Ort der Begegnung zwischen Mensch und Gott - die Kunst heraus und fragt nach ihrer sinnstiftenden Kraft. Andererseits stellt die Kunst existenzielle Fragen, indem sie Glaubensgewissheiten und Traditionen hinterfragt und alternative Perspektiven eröffnet. In der intimen Atmosphäre der Kirche werden Besucherinnen und Besucher eingeladen, inne zu halten und sich existenziellen Fragen zu stellen.
Attraktives Rahmen- und Bildungsprogramm
Begleitet wird die bis November dauernde Schau von einem attraktiven Bildungsprogramm für Jung bis Alt mit Angeboten für Kinder, Schulen und Jugendliche, Schreibwerkstätten für Erwachsene und der Begleitung zu Fragen von Tod und Leben. Hinzu kommt ein „Hoffnungscafé“, das die Möglichkeit bietet, zu rasten und sich mit dem bewegenden Thema im Dialog auseinanderzusetzen oder die eigenen Gedanken dazu in Worte zu fassen.
Die Ausstellung und das Begleitprogramm werden gemeinsam vom evangelischen Dekanat Nassauer Land, der Stiftung Apollonia von Ehr, der Ortskirchengemeinde Dausenau und der Bonner Stiftung Kunst und Kultur realisiert und von der Kulturstiftung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau unterstützt.
„Als christliche Kirche erzählen wir von der Auferstehung und dem Reich Gottes und schöpfen daraus Hoffnung, die das Leben vor dem Tod verändert. Die ausgestellten Kunstwerke sollen zum Nachdenken anregen: Über den eigenen Tod und was daraus für das eigene Leben folgt. Ich glaube, das lohnt sich. Wie es in Psalm 90 heißt: Gott, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden“, beschreibt Dekanin Kerstin Janott ihre Erwartung an die Ausstellung. Stephan Schauhoff, Vorstand der Apollonia von Ehr Stiftung, ergänzt: „Die ausgestellten Kunstwerke erzählen viele Geschichten zu unserer Vergänglichkeit und machen damit religiöse Ideen aus verschiedenen Kulturen und Epochen sichtbar. Freiheit, Schuld, Erkenntnis und Verantwortung gehören wie die Sterblichkeit zum Menschsein. Dies gehört zusammen, darum sind auch Kunstwerke zur Vertreibung aus dem Paradies oder den sieben Todsünden zu sehen.“
Führungen durch die Ausstellung

Neben regelmäigen Zeiten für Führungen, die zur Schau angeboten werden sollen, besteht auch die Möglichkeit, sich für Gruppen-Führungen anzumelden. Gruppen, die daran Interesse haben, werden gebeten, sich mit Pfarrer Urs Michalke abzustimmen. Er ist erreichbar über E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 06771-4039994.
Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag, 22. August um 17 Uhr. Sie wird jeweils von Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet sein. Neben regelmäßigen Führungen wird es auch einen Ausstellungskatalog geben. Aktuelle Infos zum Programm finden Sie auf dieser Homepage sowie im Veranstaltungskalender dieser Website. Dort sind auch Anmeldungen zu Einzelveranstaltungen möglich.
Zu den Fotos:
Auch die bekannte Himmelsleiter der österreichischen Künstlerin Billi Thanner wird während der Kunstausstellung in der Dausenauer Kastorkirche zu sehen sein. Auch in der Kirche selbst sind in Fresken und Fenstern Darstellungen vom Martyrium und der biblischen Auferstehungsgeschichte verewigt. Fotos: Matern
Der Schweizer Kupferstecher und Verleger Matthäus Merian d. Ä., geboren in Basel, gestorben in Langenschwalbach, heute Bad Schwalbach, ist vor allem für seine Landschaftsbeschreibungen bekannt. Aber er hat sich auch mit dem Tod beschäftigt. In Dausenau sind die abgebildeten Nachstiche von Jaques-Antony Chovin (1720-1776) des Totentanzes zu sehen, die Merian 1616 schuf.
