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Bands legen Grundstein für Schule in Mabira

Gefeiertes Benefizkonzert in Nassau – Hanne Kah geht mitten ins Publikum und ins Herz

BFKonzertMabira Gitanos01 becrimaNASSAU/RHEIN-LAHN. (1. September 2026) „Der Schlosshof wäre ja schöner gewesen“, sagt Hanne Kah bei ihrem Auftritt. Doch auch in der Nassauer Stadthalle fühlte sich die Sängerin pudelwohl ebenso wie die vielen Menschen, die zum Benefizkonzert mit drei Bands gekommen waren, um den Bau einer Schule für Kinder mit einer Behinderung im tansanischen Mabira zu unterstützen. Das evangelische Dekanat Nassauer Land pflegt seit 45 Jahren eine intensive Partnerschaft mit dem afrikanischen Kirchendistrikt.

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Die drei verschiedenen Musik-Stile unterhalten bestens. Den Auftakt macht die Band „Gitanos de la Esquina“. Eine ansteckende Mischung aus Latin, Rumba und Gipsy-Laune. Beeindruckend, mit wieviel Leidenschaft Mike Reinhardt an seiner Gitarre agiert, ein Duende, das in seiner emotionalen Tiefe die ganze Halle erfasst und dort immer wieder für jazzige und swingende Bewegung vom Scheitel bis zur Sohle sorgt. Ganz andere Klänge lässt die Newcomer-Band Pure Sapphire erklingen. Mitreißende Rock- und Popsongs schicken die fünf jungen Instrumentalisten um ihre mit toller Stimme gesegnete Sängerin Vanessa Müller in die bestens gefüllte Halle. Da zündet Freddy Mercurys „Show must go on“ ebenso wie Journeys „Don’t stop Believin‘“. Letzteres passt bestens zum Anlass des Abends, Herzensprojekte umzusetzen, an die man glaubt.

BFKonzertMabira Publikum becrimaIn den Umbaupausen sensibilisieren nicht nur Bilder aus Mabira für das Projekt, die Menschen und ihren Alltag in Marbira. Im Gespräch mit Romero Hocke, der den Abend souverän moderiert, erzählt die Initiatorin des Schulbau-Projektes Sabine Menze, wie es überhaupt zur ambitionierten Idee kam. Kinder mit Beeinträchtigungen würden in Mabira in Hütten versteckt und nicht selten als „Strafe Gottes“ angesehen. Um das zu ändern, wurde im Rahmen des Partnerschaftskreises das Projekt „MaJua“ („Ma“ steht für Mabira und „Jua“ in Kishuali für Sonne) gegründet. Das konnte dank Hilfsmitteln aus dem Nassauer Land und Physiotherapeut Dirk Hartung bereits erste Erfolge erzielen, um behinderte Kinder ans Licht zu bringen. In Schulen, in denen ein Lehrer 80 bis 100 Kinder unterrichtet, hätten beeinträchtigte keinerlei Bildungschance. Als Menze jetzt erfuhr, dass dort körperlich behinderte Kinder trotz kognitiver Fähigkeiten in einer Schule für Gehörlose unterrichtet werden, sagte sie: „Dann lass uns ne Schule bauen!“.

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Ein auch für Hanne Kah als Top-Act des Abends unterstützenwertes Vorhaben, weshalb sie nicht zögerte, ohne Gage in Nassau aufzutreten. „Bildung ist so wichtig, gerade für Frauen und Mädchen“, beginnt die nicht nur in Deutschland, sondern auch in Kanada und den USA gefragte Musikerin ihren umjubelten Auftritt. Sie zaubert mit ihren Begleitern Malte Schmidt und Niklas Quernheim Sehnsucht nach Freiheit und Gerechtigkeit in den Saal. Mit Folk, Rock und poppigen Sounds und Melodien gewinnt sie das Publikum, mal ruhig melodiös, mal rockig mitreißend, aber immer echt, authentisch. Und wenn sie mit ihren beiden Begleitern unplugged mit der Gitarre mitten durchs Publikum zieht, trifft sie mitten ins Herz. Das gilt für die gesungenen Worte wie „praise the lord“, „trick me“ oder „good bye my love“ wie die gesprochenen, wenn sie an die verstorbene Zeitzeugin des Holocaust Anita Lasker-Wallfisch erinnert, die sie zum Song „100 People“ animierte. Am Ende hat sie mit ausdrucksstarker Stimme, den Liedern und einer gewinnend tollen Performance das ganze Publikum im Griff, das bei ihrer letzten Zugabe „Über den Wolken“ voller Überzeugung mitsingt und schwelgt.

BFKonzertMabira Versteigerung01 becrimaEine akustische Erinnerung lässt die Künstlerin in Nassau zurück: Eine handsignierte Gitarre, die über den Facebook-Account des Arbeitskreises Mabira-Nassau zugunsten des Schulbau-Projektes bis 9. September ersteigert werden kann, worauf Dietmar und Sabne Menze am Ende des bewegenden Konzerts noch einmal besonders hinwiesen. Dankbar zeigen sich die Arbeitskreis-Mitglieder und Vorsitzender Berthold Krebs sowohl bei den Bands und dem gut aufgelegten Publikum als auch dem rührigen Team vieler helfender Hände, die den stimmungsvoll hilfreichen Abend ermöglichten. Bernd-Christoph Matern

Zu den Fotos:
Leidenschaftliche, jazzige und swingende Gypsy-Klänge von
„Gitanos de la Esquina“ eröffneten das Benefizkonzert für den Bau einer Schule für beeinträchtige Kinder in Mabira. Rockig riss die Newcomer-Band Pure Sapphire das Publikum mit. Top-Act Hanne Kah berührte mit ihrer tollen Stimme, Gitarre und Band das Publikum, das sie hautnah und vielseitig auch ohne Verstärkertechnik in der Stadthalle in Bann zog. Dietmar und Sabine Menze hoffen, dass die Versteigerung der Gitarre, auf der Hanne Kah spielte, das Projekt unterstützt. Fotos: Matern